WM-Formcheck: Glanzlichter der Gruppenphase
Diese Spieler und Teams haben bislang die Fußball-Weltmeisterschaft geprägt.
Gut zwei Drittel der insgesamt 104 WM-Spiele sind bereits Geschichte – und trotzdem geht die Weltmeisterschaft in der K.o.-Phase erst so richtig los!
Mit dem Start der Sechzehntelfinalspiele blicken wir in unserem Blogpost auf Nationen, die alle überraschten, und auf Spieler, die besonders überzeugten.
Kap Verde: Die Blauen Haie beißen zu
Die größte Sensation bisher – zweifelsohne. Vor einigen Wochen noch oft als Paradebeispiel gegen die Erweiterung des WM-Turniers genannt, schockierte der Fußballzwerg schon im Eröffnungsspiel der Gruppe H mit einem torlosen Remis gegen Europameister Spanien.
Mit einer tief stehenden, vertikal kompakten Defensive im 4-5-1-System punktete man auch gegen Uruguay (2:2) und Saudi-Arabien (0:0). Der Lohn: Platz 2 in der Gruppe und ein Sechzehntelfinal-Hit gegen Argentinien, wo es am 4. Juli eigentlich nichts mehr zu verlieren gibt.
Mexiko: Der Gastgeber reitet die Euphoriewelle
Als Austragungsland steht Mexiko unter gigantischem Druck – und lieferte trotzdem eine sensationelle Gruppenphase ab: 3 Spiele gegen Südkorea, Südafrika und Tschechien, 3 Siege, 6 Tore und kein Gegentor.
„El Tri“ fällt nicht nur mit besonders stylishen Dressen auf, sondern auch mit aggressivem Gegenpressing und Umschaltmomenten wie aus dem Bilderbuch, vorgetragen u. a. von Überraschungsstar Julián Quiñones, der bei Al-Qadsiah in der Saudi Pro League kickt und mit 29 Jahren bereits einiges an Routine mitbringt.
DR Kongo und Ecuador: Die Comeback-Kings
Für beide Nationen lief es bei dieser WM anfangs nicht prächtig. Die DR Kongo verlor den Auftakt gegen Kolumbien knapp mit 0:1, trotzte den haushohen Favoriten aus Portugal dann aber ein 1:1 ab, bevor sie sich mit einem 3:1 nach 0:1-Rückstand gegen Usbekistan noch Platz 3 in der Gruppe sicherte.
Und Ecuador? Darüber reden wir in Deutschland nicht so gern. Die für ihre starke Defensive bekannte Mannschaft mit Stars wie Willian Pacho (PSG) verlor gegen die Elfenbeinküste (0:1) und erreichte ein eher blamables 0:0 gegen Curaçao, bevor sie Deutschland mit einem 2:1-Sieg überraschte. Ecuador trifft nun auf die ebenfalls entfesselt aufspielenden Mexikaner, während die DR Kongo gegen England für die nächste Sensation sorgen will. Beide Spiele finden am 1. Juli statt.
Und wer enttäuschte?
Uruguay und die Türkei, beide Geheimtipps für eine starke WM-Performance, wollen dieses Turnier wohl schnellstmöglich vergessen.
Die „Celeste“ aus Uruguay erlebte ein sportliches und mannschaftsinternes Fiasko. In einer Gruppe mit Spanien, Saudi-Arabien und dem krassen Außenseiter Kap Verde reichte es für das Starensemble um Kapitän Federico Valverde (Real Madrid) nur zu 2 mickrigen Punkten. Als Konsequenz strich der Verband den privaten Charterflug und schickte die Stars via Linienflugzeug nach Hause.
Und die Türkei? Das Team schied als Gruppenletzter hinter den USA, Australien und Paraguay aus. Dabei stellte die Türkei einen historischen WM-Minusrekord auf: 62 Torschüsse in den ersten beiden Spielen ohne ein einziges eigenes Tor! Arda Güler entschuldigte sich öffentlich bei den fassungslosen Fans – und mit einem 3:2-Abschlusssieg gegen die USA wurde zumindest teilweise Schadensbegrenzung betrieben.
Im Rampenlicht: Stars der Gruppenphase
Ismael Saibari (Marokko)
Der Offensivmotor und Wunschspieler der Bayern (aktuell bei PSV Eindhoven unter Vertrag) könnte besonders teuer werden. Er glänzte mit 3 schönen Toren und einer beeindruckenden Dynamik.
Lionel Messi (Argentinien)
Mit 6 Treffern führt er die WM-Torschützenliste aktuell klar an. Nur 2-mal traf bei Argentinien bisher ein anderer Spieler. Besser kann man das wohl letzte Kapitel einer legendären Karriere nicht schreiben. Oder hängt der 39-Jährige noch 4 Jährchen dran?
Eloy Room (Curaçao)
Mit 15 Paraden stellte er gegen Ecuador den historischen WM-Rekord für die meisten gehaltenen Schüsse in einem Spiel auf. Unglaublich für einen 37-Jährigen, der in den USA beim zweitklassigen Miami FC spielt.
Yoane Wissa (DR Kongo)
Der Stürmer von Newcastle sicherte mit seinem Doppelpack gegen Usbekistan den historischen Einzug in die K.o.-Runde und wurde der Erwartungshaltung als Galionsfigur seiner Mannschaft bisher gerecht.
Yan Diomande (Elfenbeinküste)
Der 19-Jährige bringt Leipzig demnächst einen Millionenregen (wechselt wohl für kolportierte 130 Millionen Euro zu PSG) – und zeigt bei der WM, warum. Er wirbelt gegnerische Abwehrreihen durcheinander; auch Joshua Kimmich hatte beim 2:1-Sieg Deutschlands gegen die Elfenbeinküste teilweise seine liebe Not.
Kylian Mbappé (Frankreich)
Er sammelte bereits 4 Tore und 2 Assists und ist gemeinsam mit Ousmane Dembélé (ebenfalls 4 Tore und ein Assist) kaum zu stoppen. Der Sechzehntelfinalgegner der Les Bleus, Schweden, ist allerdings unangenehm.
Deniz Undav (Deutschland)
Der Superjoker unserer Nationalelf (bereits 3 Tore und 2 Assists) führt sogar das datengestützte Power-Ranking von WM-Sponsor Aramco als bester Angreifer an – auch, weil er seine Offensivqualitäten in bislang nur 90 Einsatzminuten eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Derek Cornelius (Kanada)
Kanada steht nach dem 1:0-Sieg gegen Südafrika als erstes Team bereits im Achtelfinale – und der 28-jährige Verteidiger von Olympique Marseille hat maßgeblichen Anteil daran. Während der Gruppenphase glänzte er unter anderem mit 19 Ballrückeroberungen, 16 geklärten Bällen und 9 gewonnenen Luftkämpfen.
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